Cergo-Veneertechnik im Vergleich zur Maltechnik
Die vielen Presskeramiken auf dem Dentalmarkt machen dem Anwender die Entscheidung für das für ihn optimale Produkt nicht leicht. Das Golden-Gate-System hat sicher dazu beigetragen, dass mittlerweile Verblendkeramiken für Aufbrennlegierungen auch bei vollkeramischen Restaurationen eingesetzt werden. Vera Lipske stellt in ihrem Beitrag die Anfertigung von keramischen Inlays und Veneers dar, wobei sie die Vorteile der Presskeramik Cergo-Veneers in Verbindung mit der hydrothermalen Verblendkeramik Duceragold zeigt. Indizes: Veneers, Keramikinlays, Presskeramik, Hydrothermale Keramik, Vollkeramik, Cergo-Veneers, Golden-Gate-System.
Im folgenden Beitrag geht es mir nicht um spektakuläre Einzelfälle, sondern um einen Weg, den jeder Zahntechniker verstehen und nachvollziehen kann, um so zu einem ästhetisch guten Ergebnis zu kommen.
Modellation
Die Stümpfe werden mit dem beiliegenden Distanzlack vorbehandelt. Bei Inlays wird der Distanzlack bis zur Präparationsgrenze und bei Veneers bis Cergopress-Keramikofen bei 980 ° C gepresst. Das Ausbetten erfolgt mit Glanzperlen 50 µm bei einem Druck von 2,0 bar. Die Pressobjekte überzeugen durch sehr gute Homogenität und Kantenfestigkeit des Materials, auch bei sehr grazilen Formen. Bei der Auswahl des jeweiligen Pellets sind Empfehlungstabellen immer sehr hilfreich.
Fertigstellung der Inlays
Das Bearbeiten erfolgt mit diamantierten Keramik-Schleifkörpern. Die Inlays wurden in Maltechnik mittels LFC Malfarben gemäß der Verarbeitungsanleitung fertiggestellt. Die Maltechnik-Inlays weisen aufgrund der hohen Transluzenz des Materials einen sehr guten Chamäleoneffekt zum Restzahnbestand auf. Bei der Modellation der Veneerschalen gehe ich genauso vor wie bei der Inlaymodellation. Die Veneers werden mit Vollkeramikwachs (Pico-Renfert) in der Stärke von etwa 0,7 mm modelliert, mit einem Presskanal der Stärke 3,0?3,5 mm angestiftet und eingebettet.
Schichten der Veneers
Bei der Veneertechnik bevorzuge ich die Schichttechnik, so kann ich Charakteristika vor allem im Schneidebereich individueller gestalten. Je nach Präparation können die Veneerschalen bis auf 0,7 mm reduziert werden, so kann mehr Platz für die Schichttechnik gewonnen werden. Danach wird die Oberfläche mit Aluminiumoxid 110 µm konditioniert. Auf die Arbeitsstümpfe trage ich etwas Adhäsivgel auf, so kann ich während des Schichtens die Veneers exakt positionieren. Das Adhäsivgel brennt beim Vakuumbrand aus. Das Schichten der Veneers mit Duceragold erfolgt nach gewohnter Schichttechnik, allerdings müssen wir aufgrund der geringen Schichtstärke einige Punkte beachten und besonders auf die Vorteile der fluoreszierenden Massen zurückgreifen.
Grundsätzlich sollte unser Schichtaufbau sich am Abtrag der jeweiligen Schmelz- beziehungsweise Dentinstruktur orientieren. Im Professionell-Sortiment befinden sich vier eingefärbte hochfluoreszierende Massen (Bright, Creme, Sunny, Orange), die ich gern in dünnsten Schichtstärken verwende. Sie wirken aufgrund ihrer Fluoreszenz wie ein Reflektor. So erreiche ich im Bodybereich eine starke Chromatisierung. Die Flu-Massen schwemme ich sehr feucht und gleichmäßig auf das Cergoveneers-Gerüst und fixiere sie mit einem Zwischenbrand. Damit ein guter Chamäleoneffekt im Approximalbereich entsteht, benutze ich Schneidepellets, vor allem auch bei infragingivaler Präparation. Bei supragingivaler Präparation sowie bei verfärbten Zähnen kommen Transpapellets zum Einsatz; das ermöglicht lichtoptisch einen vorteilhaften Übergang zum Wurzelanteil. Bei sehr invasiver Präparation, auch im palatinalen Bereich, habe ich auch schon mit Dentinpellets gearbeitet. Dies ist abhängig vom jeweiligen Fall und ich kann die Empfehlungen aufgrund meiner praktischen Erfahrungen geben. Wichtig ist nach wie vor eine individuelle Farbnahme und die Dentalfotografie. Danach schichte ich anhand meiner Farbnahme Dentin-, BBF-, Schneide- und Opalmassen auf (Abb. 14 bis 16). Nach dem ersten Brand folgt noch ein Korrekturbrand. Alle Brände werden ohne Langzeitabkühlung auf dem sogenannten fliegenden Teppich gemacht, da der WAKWert schon optimal auf Duceragold abgestimmt ist. Zur endgültigen Kontrolle der Zahnfarbe hat Degussa Dental einen wasserlöslichen Stumpflack entwickelt, der auf den Arbeitsstumpf aufgetragen wird und die Farbe des präparierten Zahnstumpfes wiedergibt. Der Zahnarzt sucht die Dentinfarbe anhand des Indikators aus. So kann auf die aufwändige und zeitraubende Aufstellung eines Kunststoffstumpfs verzichtet werden. Es sind fünf Stumpffarben erhältlich.
Resümee
Die hochästhetische Presskeramik Cergo-Veneers zeichnet sich durch eine sehr glatte, homogene und antagonistenschonende Oberfläche aus, und man kann in der Schichttechnik uneingeschränkt mit der hydrothermalen Verblendkeramik Duceragold, also auch mit Lichtdynamik, arbeiten. Das wird jeden Anwender freuen, der Bekanntschaft mit dieser sehr natürlich wirkenden Keramik gemacht hat und seine Schichtgewohnheiten in die Vollkeramik übernehmen kann. Sicherlich ist die vorgestellte Arbeit ein Beispiel für eine alltägliche Restauration, doch ist es wichtig den Weg aufzuzeigen, damit viele ihn beschreiten können.
Autorin: Ztm. Vera Lipske, Berlin, in "das dental labor"©
Editieren: KU64, Zahnarzt Berlin


