Patienteninfo: Präimplantationsdiagnostik (PID) - für eine optimale Implantation

Unter Präimplantationsdiagnostik verstehen wir die Bestimmung von immunologischen (entzündlichen), osteologischen (knöchernen) und genetischen Risiken, die einen langfristigen Implantationserfolg gefährden können. Die moderne Präventionsmedizin bietet die Möglichkeit, Risikopatienten über eine differenzierte Diagnostik zu erkennen und mit individuellen Therapiekonzepten zu behandeln.

 

Folgende Faktoren beeinflussen den Erfolg implantologischer Maßnahmen:

 

1. Knochenstoffwechsel
Bei verminderter Regenerationsfähigkeit des Knochens ist die Einheilung eines Implantats gefährdet. Die Einschätzung der Knochenauf- und -abbauprozesse kann anhand der genetischen Voraussetzungen sowie der aktuellen Stoffwechselaktivität des Knochens beurteilt werden. So ist bei einer bestehenden oder zu erwartenden Osteoporose die langfristige Implantaterhaltung gefährdet.

 

2. Materialverträglichkeit
Jedes Implantat ist für den Organismus ein Fremdmaterial. Obwohl moderne Implantatmaterialien generell eine sehr hohe Biokompatibilität (Verträglichkeit) aufweisen, können bei empfindlichen Patienten im Einzelfall immunologische Sensibilisierungsreaktionen (Allergien) auftreten. Immunreaktionen gegen das Implantatmaterial können zu lokalen oder systemischen Beschwerden bis zur Abstoßung des Implantats führen. Die individuelle Verträglichkeit kann mit neuen hochempfindlichen Testverfahren abgeklärt werden.

 

3. Immunsituation/Entzündungen
Implantologische Maßnahmen erfordern ein intaktes Immunsystem. Bei einer Immunschwäche besteht die Gefahr, dass Keime vom Körper nicht vollständig eliminiert werden können. Eine überaktive Immunabwehr hingegen, z. B. bei akuten oder chronischen Infekten, verstärkt über Entzündungsmechanismen Abbauprozesse im Knochen. Die individuelle Immun- und Entzündungssituation lässt sich zuverlässig anhand von Labortests ermitteln.

 

4. Parodontitis
Bei Parodontitis oder Gingivitis ist der Implantationserfolg durch Keimbelastung und individuelle Entzündungsbereitschaft gefährdet. Gezielte Keim-Elimination nach vorausgegangener Keimcharakterisierung und Analyse der Entzündungsdisposition erlaubt eine optimierte und gezielte Behandlungsstrategie (full mouth desinfection).

 

Aufgrund der oben genannten Risikofaktoren ist jedem Patienten vor einer aufwendigen und kostenintensiven Implantologie eine PID zu empfehlen. Die mit der PID angestrebten Veränderungen sind nicht nur im Hinblick auf die Implantation sinnvoll, sondern führen zudem auch zu einem verringerten Risiko bezüglich Osteoporose und koronarer Herzerkrankungen. Eine moderne Präimplantationsdiagnostik und -therapie kann folglich weit über die eigentliche Wiederherstellung der Gebissfunktion und -ästhetik hinaus zu einer gesteigerten Lebensqualität beitragen.

 

Abhängig von Ihren individuellen Risikofaktoren erstellen wir ein für Sie maßgeschneidertes Therapiekonzept, um eine erfolgreiche Implantation zu gewährleisten. So kann z. B. die Knochenregenerationsfähigkeit mit Hilfe einer Ernährungsumstellung oder durch hormonelle bzw. Vitalstoff-Präparate verbessert werden. Ein geschwächtes Immunsystem wird über eine immunstimulierende Therapie regeneriert, bei erhöhter entzündlicher Aktivität (sog. High-Responder) helfen anti-inflammatorische Präparate. Unverträgliche Materialien können im Vornherein ausgeschlossen werden.

 

 

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