Graft-Architekten: Kickstart mit Prominenten-Bonus

"Wer von Brad Pitt den Auftrag bekommt, ein Haus zu bauen, hat sein Erfolgsticket quasi in der Tasche. Thomas Willemeit, Lars Krückeberg und Wolfram Putz waren junge Absolventen der Uni Braunschweig, als sie Ende der 90er Jahre in Los Angeles das Architekturbüro Graft gründeten und wenig später von Brad Pitt mit dem Bau eines Privathauses betraut wurden. Die Newcomer entwarfen für ihn ein Studio, in dem die Möbel wie in einem Schweizer Taschenmesser in den Wänden verschwinden können. Der Auftrag öffnete die Türen zur Hollywoodprominenz. Nachfolgeprojekte ließen nicht auf sich warten: Filmsets für Will Smith, Promilofts, Nobelrestaurants und Designhotels. Inzwischen pendeln die jungen Architekten zwischen ihren Niederlassungen in Los Angeles, Berlin und Peking und entwickeln Projekte in aller Welt. Von den Medien werden sie als "die jungen Wilden" der Architekturszene gefeiert. (...)

Als Graft den Auftrag für eine Berliner Zahnarztpraxis bekam, ließen sie sich von einem Bild aus ihrem letzten Strandbesuch anregen, erinnert sich Wolfram Putz. "Der Kunde kam im Sommer, wir waren alle gerade an der polnischen Ostsee zusammen gewesen, in diesen Dünenlandschaften, und man stellte fest, das ist eigentlich eine riesige offene Spielwiese, und ab und zu versinkt man in unsichtbaren Mulden, wo man dann privat sein kann. Aber trotzdem kann man über alles hinüberlaufen. Und das war das Bild, das übersetzt wurde. Diese Mulden sind Behandlungsräume und die ganze Praxis soll aber die Offenheit haben wie ein Loft."

In der 950 qm großen Zahnarztpraxis am Ku'damm, einer Gemeinschaftspraxis von sechs Ärzten, wird der "Kunde" von serviceorientiertem Personal empfangen. Er bekommt Capuccino oder Wasser angeboten und kann am offenen Kamin in bequemen Liegemulden nobel entspannen, bis der Arzt kommt. Bohren und Bleachen in Wohlfühlatmosphäre.

Die Vorstellung von beengten Wartezimmern, in denen die Patienten mit klammen Fingern angstvoll auf die Behandlung warten, sollte aufgebrochen werden - so der Wunsch des Bauherrn. Graft entwickelte ein Raumkonzept gegen Beklommenheitsgefühle: offen und weitläufig in hellen, warmen Gelb- und Rottönen. Die Raumabtrennungen sind in futuristisch fließenden Formen gestaltet.



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Quelle: WDR, 05.03.2006

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